Mobile

Ihre Website
auf dem Handy

Die meisten Menschen sehen Ihre Website zum ersten Mal auf einem Bildschirm von der Grösse einer Postkarte – unterwegs, im Tram, mit einer Hand. Ob das gut geht, entscheidet sich in den ersten Sekunden. Und Sie können es in zehn Minuten selbst herausfinden.

Wenn wir bei einem neuen Kunden zum ersten Mal in die Website-Statistik schauen, ist die Zahl fast immer dieselbe Überraschung. «So viele?», heisst es dann. Je nach Branche kommen zwischen 55 und 75 Prozent aller Besucher vom Smartphone. Bei Handwerk, Gastronomie und allem, was man spontan sucht, liegt der Wert am oberen Ende. Nur bei Firmen, deren Kundschaft im Büro sitzt und dort recherchiert, sinkt er unter die Hälfte.

Das Unangenehme daran: Die Website, die der Inhaber kennt, ist nicht die, die seine Kunden sehen. Er selbst öffnet sie am 27-Zoll-Bildschirm im Büro, wo alles passt. Die Kundin, die im Wartezimmer sitzt und einen Handwerker sucht, sieht etwas ganz anderes.

Laptops, Tablets und Smartphones nebeneinander auf einem Tisch – dieselbe Website auf verschiedenen Bildschirmgrössen

«Geht auch auf dem Handy» ist kein Zustand, den man anstreben sollte

Bis vor einigen Jahren wurden Websites für den Computer entworfen und danach so weit zusammengeschoben, dass sie auf einem Telefon nicht mehr auseinanderfielen. Das Ergebnis funktioniert technisch, fühlt sich aber an wie eine Anzugjacke, die man in der Reinigung um zwei Nummern eingehen liess: Die Ärmel sind noch dran, aber tragen möchte man das nicht.

Mobile First dreht die Reihenfolge um. Man beginnt mit dem kleinen Bildschirm – weil dort der Platz knapp ist und man deshalb gezwungen wird, sich zu entscheiden. Was wirklich wichtig ist, kommt nach oben. Was nur schmückt, fällt weg. Auf dem grossen Bildschirm darf danach alles wieder atmen. Der Weg vom Kleinen zum Grossen ist erstaunlich einfach; der umgekehrte fast immer ein Kompromiss.

Das ist kein Geschmacksurteil, sondern der Grund, warum sich Seiten aus den beiden Epochen so unterschiedlich anfühlen, obwohl beide «responsive» sind.

Kurz gesagt: Responsive heisst nur, dass sich das Layout an die Bildschirmbreite anpasst. Mobil optimiert heisst, dass die Seite auf dem Handy tatsächlich angenehm zu bedienen ist. Das erste ist heute Standard. Das zweite ist es nicht.

Der 10-Minuten-Selbsttest

Sie brauchen dafür kein Werkzeug und keine Fachkenntnisse. Nur Ihr eigenes Telefon, und zwar mit ausgeschaltetem WLAN – über das Mobilfunknetz, so wie es Ihre Kunden unterwegs auch tun. Gehen Sie die fünf Punkte der Reihe nach durch.

1. Die Daumenprobe

Halten Sie das Telefon in einer Hand, so wie im Tram oder auf der Baustelle. Kommen Sie mit dem Daumen an alles heran, was wichtig ist? Die Telefonnummer, das Menü, den Kontakt-Button? Alles, was man nur mit der zweiten Hand erreicht, wird seltener angetippt. Und alles, was ganz unten in der Fusszeile versteckt ist, praktisch nie.

2. Die Ladezeit ohne WLAN

Schliessen Sie den Browser vollständig, öffnen Sie ihn neu und rufen Sie Ihre Adresse auf. Zählen Sie mit. Nach drei Sekunden wird es kritisch, nach fünf verlieren Sie einen erheblichen Teil der Besucher – und die kommen nicht wieder, sondern gehen zum nächsten Suchergebnis. Auf dem Bürorechner mit Glasfaser merkt man davon nichts, deshalb fällt es intern jahrelang niemandem auf. Was hinter langen Ladezeiten meist steckt und was am schnellsten hilft, steht im Artikel über langsame Websites.

3. Die Textgrösse

Lesen Sie einen Absatz in normalem Abstand, ohne zu zoomen. Müssen Sie das Telefon näher ans Gesicht führen oder mit zwei Fingern aufziehen, ist die Schrift zu klein. Als Faustregel gilt: Fliesstext ab 16 Pixel, besser 17 oder 18. Denken Sie dabei nicht an sich selbst, sondern an Kundschaft ab fünfzig – die ist bei den meisten KMU die zahlungskräftigere Hälfte.

4. Die Buttons

Tippen Sie alle wichtigen Schaltflächen und Links einmal an. Treffen Sie zuverlässig? Ein Bedienelement sollte etwa fingerbreit sein – rund 44 mal 44 Pixel – und genug Abstand zum nächsten haben. Klassischer Fehler: zwei Links direkt untereinander in einer Liste, bei denen man ständig den falschen erwischt. Besonders ärgerlich ist das im Kontaktformular, also genau dort, wo es um Ihre Anfragen geht.

5. Das Formular und die Telefonnummer

Füllen Sie Ihr eigenes Kontaktformular einmal komplett auf dem Handy aus und schicken Sie es ab. Öffnet sich beim Feld «E-Mail» die passende Tastatur? Verdeckt die Tastatur den Absenden-Knopf? Und tippen Sie danach auf Ihre Telefonnummer: Startet direkt ein Anruf? Wenn nicht, ist sie kein Link, sondern nur Text – eine Kleinigkeit im Code, die erstaunlich viele Anrufe kostet.

Notieren Sie sich zu jedem Punkt einfach «geht» oder «geht nicht». Am Ende haben Sie eine Liste, mit der man arbeiten kann – und die für ein Gespräch mit einem Webdesigner konkreter ist als jedes «irgendwie unschön».

Die typischen Fehler älterer KMU-Seiten

Bei Websites, die vor 2018 gebaut und seither nur inhaltlich gepflegt wurden, tauchen fast immer dieselben Punkte auf:

  • Das Bild vom Team im Format eines Panoramas. Ein 1600 Pixel breites Foto ganz oben füllt auf dem Handy den halben Bildschirm mit einem Streifen, auf dem man niemanden erkennt. Der Text darunter beginnt erst nach dem ersten Scrollen.
  • Die seitliche Verschiebung. Ein einzelnes zu breites Element – meist eine Tabelle oder ein eingebettetes Video – macht die ganze Seite horizontal verschiebbar. Man rutscht beim Scrollen versehentlich zur Seite und sieht eine leere weisse Fläche.
  • Der PDF-Link statt einer Seite. Preislisten und Öffnungszeiten als PDF sind auf dem Computer bequem und auf dem Handy eine Zumutung: Man zoomt sich durch ein A4-Dokument. Solche Inhalte gehören als normaler Text auf eine Seite – auch, weil Google und KI-Systeme sie dort deutlich besser verwerten.
  • Das aufklappbare Menü, das nichts aufklappt. Untermenüs, die am Computer beim Darüberfahren erscheinen, brauchen auf dem Touchscreen ein Antippen. Ist das nicht gelöst, sind ganze Bereiche der Website vom Handy aus schlicht nicht erreichbar.
  • Der Cookie-Hinweis über dem ganzen Bildschirm. Auf dem Computer ein Balken, auf dem Handy eine Wand. Wenn der Schliessen-Knopf ausserhalb des sichtbaren Bereichs liegt, ist die Seite unbedienbar.

Die gute Nachricht: Die Punkte zwei bis fünf sind meist in wenigen Stunden behoben. Nur wenn mehrere davon zusammenkommen und das Grundgerüst aus einer Zeit stammt, in der niemand an Telefone dachte, wird Flicken teurer als neu bauen. Wann dieser Punkt erreicht ist, beschreibt der Artikel über die Zeichen, dass eine Website ein Redesign braucht.

Warum Google mitliest – und zwar mobil

Es gibt neben den Besuchern noch einen zweiten Grund, und der wird oft unterschätzt. Google bewertet Websites seit einigen Jahren anhand ihrer mobilen Fassung. Die Suchmaschine ruft Ihre Seite also als Smartphone auf und entscheidet auf dieser Grundlage, was sie kann und wo sie im Ranking landet – auch für Menschen, die am Computer suchen.

Das hat eine unangenehme Nebenwirkung, die immer wieder für Verwirrung sorgt: Wenn auf der mobilen Fassung Inhalte fehlen, weil man sie «für kleine Bildschirme ausgeblendet» hat, existieren sie für Google faktisch nicht. Ausgeblendeter Text ist kein Text. Wer seine Leistungsbeschreibung auf dem Handy versteckt, weil sie dort zu lang wirkt, verliert damit auch die Sichtbarkeit dafür.

Dazu kommt die Geschwindigkeit. Google misst, wie schnell und wie stabil eine Seite auf einem durchschnittlichen Mobilgerät aufbaut – nicht auf einem neuen Gerät im WLAN. Eine Seite, die auf dem Bürorechner in einer Sekunde da ist und auf dem Telefon im Mobilnetz sechs braucht, wird nach den sechs beurteilt.

Merksatz: Die mobile Fassung Ihrer Website ist nicht die Sparversion. Sie ist die Hauptversion – für Ihre Kunden und für Google gleichermassen.

Was mobil wirklich zählt

Wenn Sie aus diesem Artikel nur drei Dinge mitnehmen, dann diese:

  • Kontakt immer in Reichweite. Telefonnummer als antippbarer Link, oben sichtbar und im Menü. Bei Betrieben, die von Anrufen leben, gerne zusätzlich als fester Balken am unteren Bildschirmrand.
  • Die Antwort auf «Was macht ihr, wo, für wen» im ersten Bildschirm. Ohne Scrollen, in normalen Worten. Auf dem Handy hat man dafür nicht viel Platz – umso wichtiger, dass er nicht für einen Slogan draufgeht, der nichts sagt.
  • Weniger Elemente, dafür grössere. Ein Handy-Layout mit drei nebeneinanderstehenden Spalten ist kein Layout, sondern eine Bleiwüste. Untereinander, mit Luft dazwischen, ist fast immer besser.

Und dann gilt das, was für alles auf einer Website gilt: einmal richtig machen, danach nur noch pflegen. Eine sauber gebaute Seite braucht keine separate «Handy-Version», die man doppelt aktualisieren müsste. Sie hat ein Layout, das sich anpasst – und wenn Sie den Text der Startseite ändern, ändert er sich überall gleichzeitig.

Fangen Sie mit dem Test an

Nehmen Sie sich die zehn Minuten. Nicht am Computer mit dem verkleinerten Browserfenster, sondern wirklich mit dem Telefon in der Hand, ohne WLAN, so wie draussen. Fast alle Inhaber, die das zum ersten Mal machen, finden mindestens zwei Dinge, von denen sie nichts wussten – und meistens ist eines davon die Telefonnummer, die sich nicht anwählen lässt.

Wenn Sie danach nicht sicher sind, ob sich das Flicken lohnt oder ob das Fundament nicht mehr taugt: Genau diese Frage beantworten wir vorab und kostenlos. Ehrlich auch dann, wenn die Antwort «Ihre Seite ist in Ordnung, lassen Sie sie» lautet.

Sie haben den Test gemacht und einige Punkte stehen auf «geht nicht»? Schicken Sie uns Ihre Liste – wir schauen uns Ihre Website auf dem Handy an und sagen Ihnen, was sich mit wenig Aufwand lösen lässt. Jetzt Kontakt aufnehmen →

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