Webdesign

5 Zeichen, dass Ihre
Website ein Redesign braucht

Die meisten KMU-Websites bleiben viel zu lange unverändert – nicht aus Überzeugung, sondern weil man sich daran gewöhnt hat. Hier sind fünf Signale, die klar sagen: Es ist Zeit.

Die meisten Inhaberinnen und Inhaber kleiner Unternehmen wissen irgendwo, dass ihre Website veraltet ist. Aber solange niemand direkt etwas sagt und die Anfragen noch kommen, bleibt das Thema auf der langen Bank. Das Problem: Eine schwache Website kostet still und leise – in Form von Besuchern, die abspringen, ohne sich zu melden.

Die entscheidende Frage ist nicht "Sieht meine Website noch gut aus?" sondern "Erfüllt sie ihren Job?" Hier sind fünf klare Zeichen, dass die Antwort Nein ist.

Handgezeichnete Website-Wireframes auf Papier – Website Redesign Planung

Zeichen 1: Die Website lädt zu langsam

Studien zeigen es immer wieder: Mehr als die Hälfte aller Besucher bricht ab, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Auf dem Smartphone ist die Toleranz noch geringer. Eine langsame Website verliert täglich potenzielle Kunden – bevor diese auch nur eine Zeile gelesen haben.

Typische Ursachen: zu viele alte Plugins auf einer überladenen WordPress-Installation, nicht optimierte Bilder im falschen Format, schlechtes Hosting oder ein veraltetes Theme, das für heutige Anforderungen nicht gebaut wurde. Diese Probleme lassen sich mit einem Refresh meistens nicht lösen – sie stecken in der Grundstruktur.

Testen Sie Ihre Seite auf pagespeed.web.dev. Alles unter 60 Punkten (mobile) deutet auf strukturelle Probleme hin, die einen Neuanfang rechtfertigen.

Zeichen 2: Sie sieht auf dem Smartphone schlecht aus

Über 60 Prozent aller Website-Besuche finden heute auf Mobilgeräten statt. Wer eine Website hat, die auf dem Desktop ordentlich aussieht, aber auf dem Handy zum Zoomen und horizontalen Scrollen zwingt, verliert die Mehrheit seiner Besucher.

Viele Websites, die zwischen 2008 und 2015 erstellt wurden, sind nicht responsiv – das heisst, sie wurden für Desktop-Bildschirme gebaut und nie für Smartphones angepasst. Das ist nicht mit einem Design-Update zu beheben. Es braucht eine neue technische Basis.

Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy und schauen Sie sie mit den Augen eines potenziellen Kunden an. Wenn Sie selbst scrollen oder kneifen müssen: Ihre Besucher tun es auch – und gehen dann zur Konkurrenz.

Zeichen 3: Das Design wirkt veraltet

Design altert schneller als die meisten denken. Was 2014 modern wirkte – breite Schriftarten mit vielen Effekten, dunkle Hintergründe mit Textur, Comic-artige Icons, Flash-Animationen – kann heute unprofessionell wirken. Und das beeinflusst, wie potenzielle Kunden Ihr Unternehmen einschätzen.

Menschen beurteilen die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens in Millisekunden – und das Design ist der stärkste Faktor bei diesem Urteil. Eine veraltete Website signalisiert unbewusst: Dieses Unternehmen investiert nicht in seine Aussenwirkung. Was bedeutet das für die Qualität ihrer Arbeit?

Prüftest: Würden Sie den Link zu Ihrer Website bedenkenlos an einen wichtigen Neukunden schicken – ohne ein erklärendes "Die Seite ist gerade in Überarbeitung"? Wenn nicht, sagt das alles.

Zeichen 4: Sie bringt keine Anfragen mehr

Eine Website, die niemanden zur Kontaktaufnahme bewegt, verfehlt ihren wichtigsten Zweck. Wenn Sie bemerken, dass Anfragen über die Website in den letzten Jahren zurückgegangen sind – obwohl Ihr Angebot gleich geblieben ist –, liegt das Problem oft auf der Website selbst.

Häufige Ursachen:

  • Kein klarer Handlungsaufruf (Call-to-Action) – Besucher wissen nicht, was der nächste Schritt sein soll.
  • Kontaktmöglichkeiten sind versteckt oder umständlich – Telefonnummer nicht sichtbar, Kontaktformular mehrere Klicks entfernt.
  • Die Texte sprechen nicht die richtigen Probleme der Zielgruppe an.
  • Vertrauen fehlt – keine Referenzen, keine Fotos, keine echten Informationen über das Unternehmen.

Diese Schwächen lassen sich manchmal mit Anpassungen beheben. Wenn sie sich aber durch die ganze Seitenstruktur ziehen, ist ein Redesign effizienter als das Flicken einzelner Seiten.

Zeichen 5: Die Website lässt sich kaum noch aktualisieren

Wenn das Ändern eines Textes oder das Hinzufügen eines Fotos zu einer Stunde Arbeit wird – oder wenn Sie dafür jemanden beauftragen müssen, der sich noch an das alte System erinnert –, ist die technische Grundlage nicht mehr zeitgemäss.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Sehr alte WordPress-Installationen mit veralteten Themes und Plugins, die nicht mehr kompatibel sind.
  • Selbstgebaute Seiten aus den frühen 2010er-Jahren mit hartcodierten Inhalten.
  • Websites auf Plattformen, die eingestellt wurden oder keine aktive Weiterentwicklung mehr erfahren.

Eine Website, die man nicht pflegen kann, veraltet schnell. Und eine veraltete Website schadet dem Vertrauen – ein Teufelskreis.

Update oder Neustart: Was ist die richtige Entscheidung?

Nicht jedes Problem erfordert sofort einen kompletten Neuaufbau. Es gibt Situationen, in denen ein gezieltes Update sinnvoller ist:

  • Update reicht: Das Design ist grundsätzlich zeitlos, aber die Inhalte sind veraltet. Die technische Basis ist solide. Es fehlen nur aktuelle Fotos, neue Texte und ein paar Anpassungen an der Farbgebung.
  • Redesign nötig: Zwei oder mehr der fünf oben genannten Zeichen treffen zu. Die Struktur ist grundlegend falsch. Das System ist nicht mehr wartbar. Die Seite ist nicht mobil-optimiert.

Als Faustregel gilt: Wenn eine Website mehr als 6–8 Jahre alt ist und nie grundlegend überarbeitet wurde, ist ein Redesign fast immer die günstigere Lösung als das Flicken – weil Probleme sich sonst häufen und die Kosten für Einzelmassnahmen schnell höher sind als ein strukturierter Neuanfang.

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