Website-Pflege

Wie oft sollte ich meine
Website aktualisieren?

Eine veraltete Website ist kein Kavaliersdelikt – sie kostet aktiv Vertrauen und Sichtbarkeit. Aber was muss wie oft aktuell sein? Ein ehrlicher Rhythmus für kleine Unternehmen.

Eine Frage, die ich fast in jedem Gespräch nach einem Website-Launch höre: "Wie oft muss ich die Seite jetzt eigentlich updaten?" Die ehrliche Antwort: es kommt darauf an. Aber das ist keine Ausweichung – es gibt konkrete Inhaltstypen, die unterschiedliche Rhythmen brauchen. Und es gibt Dinge, die man sofort ändern muss, wenn sie nicht mehr stimmen.

In diesem Artikel zeige ich, welche Inhalte wie oft aktuell sein sollten – aufgeteilt nach Dringlichkeit. Kein allgemeines "regelmässig pflegen", sondern ein konkreter Rhythmus, den kleine Unternehmen ohne grossen Aufwand einhalten können.

Website aktualisieren – Redaktionsplan auf dem Schreibtisch

Warum es überhaupt wichtig ist

Zwei Gründe – einer für Besucher, einer für Google.

Für Besucher: Eine Website ist das digitale Schaufenster. Wer dort veraltete Informationen findet – falsche Öffnungszeiten, ein abgemeldetes Produkt, ein Mitarbeiter, der das Unternehmen vor zwei Jahren verlassen hat – verliert das Vertrauen. Nicht dramatisch, nicht sofort, aber er ruft wahrscheinlich nicht an. Er sucht jemanden, bei dem alles stimmt.

Für Google: Suchmaschinen bevorzugen Seiten, die regelmässig aktualisiert werden. Das bedeutet nicht, dass man täglich neue Inhalte braucht – aber es bedeutet, dass eine komplett statische Seite über Jahre hinweg langsam an Relevanz verliert. Neue Inhalte, aktualisierte Texte und frische Blog-Artikel signalisieren: diese Website ist noch aktiv.

Sofort — wenn es passiert

Es gibt Informationen, die falsch auf einer Website zu haben, direkt schaden. Diese müssen innerhalb von Stunden oder spätestens einem Werktag korrigiert sein:

  • Öffnungszeiten — Gerade für Gastronomie, Gesundheitsberufe, Detailhandel und Handwerk. Wer extra Weg auf sich nimmt und vor verschlossener Tür steht, kommt nicht wieder.
  • Telefonnummer oder E-Mail-Adresse — Eine falsche Kontaktangabe ist die direkteste Form, Anfragen zu verlieren.
  • Preise — Wenn Ihre Preise sich geändert haben und die Website noch den alten Betrag zeigt, entsteht entweder Misstrauen oder eine unangenehme Korrektur im Kundengespräch.
  • Weggefallene Angebote oder Produkte — Nichts ist ärgerlicher als eine Leistung anzufragen, die gar nicht mehr angeboten wird.
  • Personaländerungen — Wer nicht mehr zum Team gehört, sollte nicht mehr auf der Website stehen.

Faustregel: Alles, was einen Kunden zu einem falschen Entscheid oder einer falschen Erwartung führen kann, muss sofort korrigiert werden. Diese Inhalte dulden keinen "nächsten Monat"-Aufschub.

Quartalsweise — alle drei Monate

Eine 90-Tage-Runde durch die Website reicht, um die meisten inhaltlichen Probleme früh zu erkennen. Was dabei geprüft werden sollte:

  • Referenzprojekte und Kundenstimmen — Haben Sie in den letzten Monaten neue Projekte abgeschlossen? Neue Bewertungen erhalten? Das gehört sichtbar auf die Website – frische Referenzen bauen Vertrauen auf.
  • Über-uns-Seite — Hat sich im Team etwas geändert? Gibt es neue Zertifikate, Qualifikationen oder Partnerschaften, die erwähnt werden sollten?
  • Saisonale Angebote — Wer saisonabhängige Leistungen anbietet, sollte prüfen ob die Startseite oder Angebotsseite noch zum aktuellen Zeitpunkt passt.
  • Links prüfen — Externe Links veralten. Quartalsweise einen kurzen Blick auf wichtige Verlinkungen werfen lohnt sich.

Jährlich — der grosse Check

Einmal pro Jahr verdient die Website eine vollständige Durchsicht. Nicht unbedingt ein Redesign – aber eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Stimmt die Positionierung noch? Hat sich Ihr Kerngeschäft verändert? Sprechen Sie heute andere Kunden an als vor zwei Jahren? Dann sollte die Hauptbotschaft der Website das widerspiegeln.
  • Wie sieht die Website auf aktuellen Geräten aus? Browser und Betriebssysteme ändern sich. Was vor drei Jahren auf dem iPhone perfekt aussah, kann heute leicht verschoben sein.
  • Ladezeit messen — Tools wie Google PageSpeed Insights zeigen, ob die Website noch auf einem guten technischen Stand ist. Bilder werden grösser, Plugins langsamer, Hosting-Umgebungen ändern sich.
  • Copyright-Jahreszahl im Footer — Trivial, aber auffällig. Ein Footer mit "© 2021" signalisiert Vernachlässigung.
  • SEO-Grundlagen prüfen — Stimmen Titel und Beschreibungen noch? Rankt die Seite für die gewünschten Begriffe, oder gibt es neue Themen, die aufgenommen werden sollten?

Blogbeiträge: Qualität vor Quantität

Viele Inhaber fragen, wie oft sie Blogbeiträge veröffentlichen sollten. Die klassische SEO-Antwort lautet: so oft wie möglich. Die ehrliche Antwort für kleine Unternehmen: lieber seltener und substanziell als häufig und dünn.

Ein Blogartikel, der eine echte Frage Ihrer Kunden gründlich beantwortet, hat langfristig mehr Wert als zehn oberflächliche Beiträge. Für KMU ohne eigenes Marketing-Team ist ein Rhythmus von einem Beitrag pro Monat absolut ausreichend – vorausgesetzt, die Qualität stimmt.

Was zählt: dass die Artikel die Sprache Ihrer Zielgruppe sprechen, echte Praxiserfahrung zeigen, und konkrete Fragen beantworten, die Ihre Kunden tatsächlich stellen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der häufigste Fehler: Die Aktuelles-Seite

Fast jede zweite Website kleiner Unternehmen hat eine "Aktuelles"- oder "News"-Seite – und fast jede zweite davon wurde seit über einem Jahr nicht mehr angefasst. Das ist schlimmer als keine solche Seite zu haben.

Ein letzter Eintrag von 2022 sagt dem Besucher: Hier kümmert sich niemand. Das überträgt sich unterschwellig auf das Bild des gesamten Unternehmens.

Meine Empfehlung: Entweder die Seite konsequent befüllen (mindestens quartalsweise) – oder sie aus der Navigation nehmen und durch einen Blog ersetzen, der bewusst als solcher positioniert ist und keine Erwartung an tagesaktuelle Meldungen weckt.

Was tun, wenn man keine Zeit hat?

Das ist die ehrlichste Frage, die man stellen kann. Die meisten Inhaber kleiner Unternehmen haben weder Zeit noch Lust, sich regelmässig um ihre Website zu kümmern. Das ist kein Versagen – es ist Realität.

Es gibt zwei sinnvolle Wege:

  • Klare Zuständigkeit schaffen. Eine Person im Betrieb, die die Website im Blick hat – auch wenn das nur bedeutet, Änderungen per E-Mail weiterzuleiten.
  • Einen Ansprechpartner beauftragen. Wer Website-Pflege auslagert, muss selbst gar nicht ins CMS. Eine kurze E-Mail genügt, und die Änderung ist umgesetzt. Das ist das Grundprinzip hinter dem Set-and-Forget Website System – nicht weil es bequemer klingt, sondern weil es in der Praxis tatsächlich funktioniert.

Der einfache Rhythmus auf einen Blick

  • Sofort: Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Preise, Personalwechsel, abgemeldete Angebote
  • Quartalsweise: Referenzen, Team-Seite, saisonale Inhalte, externe Links
  • Jährlich: Positionierung, Ladezeit, technischer Stand, SEO-Grundlagen, Copyright
  • Laufend (optional): Blogbeiträge – ein pro Monat reicht

Das klingt nach viel, ist es aber nicht – wenn man einen klaren Rhythmus hat und weiss, wer zuständig ist. Die meisten Probleme entstehen nicht aus Faulheit, sondern aus Unklarheit: Niemand weiss genau, was wann zu tun ist. Dieser Artikel soll dabei helfen, diese Unklarheit zu beseitigen.

Keine Zeit für die regelmässige Pflege, aber das Bewusstsein, dass sie wichtig wäre? Genau dafür gibt es das Set-and-Forget System. Unverbindlich anfragen →

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