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Empfiehlt ChatGPT
Ihr Unternehmen?

Immer mehr Menschen tippen ihre Frage nicht mehr bei Google ein, sondern stellen sie einer KI. Die Antwort ist dann keine Liste mit zehn Links, sondern ein kurzer Text mit zwei, drei Namen darin. Die Frage ist nur: Steht Ihrer dabei?

Stellen Sie sich vor, jemand sucht einen Malerbetrieb in der Region Baden. Früher tippte diese Person «Maler Baden» bei Google ein und bekam eine Liste. Heute fragt sie zunehmend ChatGPT: «Ich brauche einen Maler in der Nähe von Baden, welchen kannst du empfehlen?» – und bekommt drei Namen, einen Satz zu jedem und vielleicht einen Link.

Für den Betrieb, der genannt wird, ist das die beste Werbung, die es gibt: eine persönliche Empfehlung ohne Werbebudget. Für alle anderen ist es, als hätte die Anfrage nie stattgefunden. Es gibt keine zweite Seite, auf die man rutscht. Man ist drin oder nicht.

Laptop mit geöffneter Website auf einem Schreibtisch am Fenster – Websites als Quelle für KI-Suchsysteme

Was sich gerade verändert

Drei Entwicklungen laufen parallel, und sie betreffen alle dasselbe: den Weg, auf dem ein Kunde zu Ihnen findet.

  • Google beantwortet selbst. Über den klassischen Suchergebnissen steht immer häufiger eine zusammengefasste Antwort – die AI Overviews. Wer dort erwähnt wird, ist sichtbar, auch wenn er organisch erst auf Platz 6 steht.
  • Chatbots suchen im Netz. ChatGPT, Perplexity und Microsoft Copilot rufen für aktuelle Fragen live Websites ab und geben die Quellen an. Sie sind damit faktisch zu Suchmaschinen geworden.
  • Es wird seltener geklickt. Wer eine brauchbare Antwort im Text bekommt, öffnet die Quelle oft gar nicht mehr. Sichtbarkeit heisst deshalb nicht mehr nur «gefunden werden», sondern «genannt werden».

Wichtig für die Einordnung: Google verschwindet dadurch nicht. Für lokale Suchen ist die klassische Google-Suche samt Kartenausschnitt weiterhin der wichtigste Kanal. Die KI-Suche kommt daneben dazu – und sie wächst. Wer heute schon mitgedacht hat, muss später nichts nachholen.

Wie eine KI entscheidet, wen sie nennt

Es gibt keine Anmeldung und keinen Platz, den man kaufen kann. Ein KI-System stellt seine Antwort aus dem zusammen, was es im Netz an belastbaren Informationen findet. Vier Punkte sind dabei entscheidend:

1. Es liest Text, kein Design

Ein schönes Foto vom Team sagt einer KI nichts. Ein Video sagt ihr nichts. Was sie verarbeitet, ist geschriebener Text. Wenn die entscheidenden Informationen bei Ihnen ausschliesslich im Bild stehen – etwa Öffnungszeiten als Grafik oder das Leistungsangebot als hübsche Infografik – existieren sie für die KI schlicht nicht.

2. Es braucht überprüfbare Fakten

«Wir stehen für Qualität und Zuverlässigkeit» ist kein Fakt, sondern eine Behauptung, die auf jeder zweiten Website steht. Damit kann kein System etwas anfangen. «Malerbetrieb in Baden, seit 1998, 6 Mitarbeitende, Schwerpunkt Innenrenovationen in Privatwohnungen» dagegen sind fünf verwertbare Angaben in einem Satz.

3. Es prüft, ob die Angaben zusammenpassen

KI-Systeme ziehen ihre Informationen nicht nur von Ihrer Website, sondern auch aus dem Google Business Profile, aus Branchenverzeichnissen und aus Bewertungsportalen. Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überall überein, wirkt das bestätigend. Weichen sie voneinander ab – alte Adresse hier, andere Schreibweise dort –, sinkt die Verlässlichkeit, und im Zweifel wird jemand anderes genannt.

4. Es zitiert Passagen, nicht ganze Seiten

Herausgegriffen wird selten eine komplette Seite, sondern ein Abschnitt, der zu einer Frage passt. Je klarer ein Absatz für sich allein verständlich ist, desto eher taugt er als Zitat. Ein Text, den man erst ab Seitenanfang lesen muss, um ihn zu verstehen, hat es dabei schwerer.

Der Kern in einem Satz: KI-Systeme bevorzugen Websites, die konkrete Fragen konkret beantworten – mit nachprüfbaren Angaben, in klarer Sprache, an einer Stelle, die man ohne Kontext versteht.

Der Selbsttest in fünf Minuten

Bevor Sie irgendetwas ändern, schauen Sie nach, wo Sie stehen. Das geht ohne Werkzeuge und ohne Kosten:

  • Formulieren Sie drei Fragen so, wie ein Kunde sie stellen würde. Nicht «Maler Baden», sondern «Wen kann ich für eine Wohnungsrenovation in Baden empfehlen?», «Welche Malerbetriebe arbeiten im Raum Baden für Privatkunden?», «Ich suche einen zuverlässigen Handwerker in der Region Baden – Vorschläge?»
  • Stellen Sie diese Fragen in zwei bis drei Systemen. ChatGPT, Perplexity und die normale Google-Suche mit Blick auf die KI-Antwort ganz oben reichen völlig.
  • Notieren Sie drei Dinge: Werden Sie genannt? Stimmt das, was über Sie gesagt wird? Und wird Ihre Website als Quelle verlinkt?

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie nicht vorkommen – das ist bei kleinen Betrieben derzeit die Regel, nicht die Ausnahme. Interessanter ist der zweite Punkt: Wenn Sie genannt werden, aber mit veralteten oder falschen Angaben, dann haben Sie kein Sichtbarkeits-, sondern ein Faktenproblem. Und das ist das leichter lösbare von beiden.

Sechs Dinge, die Sie konkret tun können

Sortiert nach Wirkung im Verhältnis zum Aufwand:

  • Schreiben Sie die Fakten hin. Ort, Leistung, seit wann, für wen, in welchem Gebiet. Am besten gleich oben auf der Startseite in normalen Sätzen. Das ist gleichzeitig die beste Massnahme für den lokalen Auftritt bei Google.
  • Beantworten Sie echte Kundenfragen wörtlich. Nehmen Sie die fünf Fragen, die Sie am Telefon dauernd hören, machen Sie daraus Überschriften und schreiben Sie zwei bis drei Sätze Antwort direkt darunter. Diese Struktur – Frage als Titel, kurze Antwort direkt danach – ist genau das Format, das KI-Systeme herausgreifen.
  • Halten Sie das Google Business Profile aktuell. Es ist für viele Systeme die zentrale Faktenquelle zu einem lokalen Unternehmen. Wie man es sauber aufsetzt, steht im Artikel zum Google Business Profile.
  • Gleichen Sie Ihre Angaben überall ab. Website, Google, Branchenverzeichnisse, Social-Media-Profile: dieselbe Schreibweise des Firmennamens, dieselbe Adresse, dieselbe Telefonnummer. Alte Einträge mit der Adresse von vor dem Umzug sind der häufigste Stolperstein.
  • Lassen Sie strukturierte Daten einbauen. Das ist ein kleiner, unsichtbarer Codeblock im Seitenquelltext, der Maschinen mitteilt, was Ihr Unternehmen ist, wo es sitzt und was es anbietet. Er ersetzt keinen guten Text, macht ihn aber eindeutig auslesbar. Diese Arbeit übernimmt Ihr Webdesigner – bei uns gehört sie zum Standard.
  • Sperren Sie die KI-Zugriffe nicht aus. In der Datei robots.txt lässt sich festlegen, welche automatischen Besucher eine Website lesen dürfen. Manche Anleitungen aus den letzten Jahren empfehlen, KI-Systeme dort auszuschliessen. Für ein KMU, das gefunden werden will, ist das kontraproduktiv – wer nicht gelesen werden darf, kann auch nicht empfohlen werden.

Dazu kommt eine kleine Ergänzung, die sich gerade etabliert: eine Datei namens llms.txt, die die wichtigsten Fakten und Seiten eines Unternehmens in maschinenlesbarer Form zusammenfasst – eine Art Kurzdossier für KI-Systeme. Sie ist kein Pflichtprogramm und kein Ersatz für gute Inhalte, aber schnell erstellt. Unsere eigene finden Sie unter cloud7web.ch/llms.txt.

Ein Beispiel, wie das konkret aussieht

Der Unterschied lässt sich an einem einzigen Abschnitt zeigen. So steht es auf sehr vielen KMU-Websites:

Vorher: «Als Ihr kompetenter Partner rund um die Wohnraumgestaltung bieten wir Ihnen ein breites Leistungsspektrum in höchster Qualität. Unsere langjährige Erfahrung und unser Anspruch an Perfektion machen uns zum idealen Ansprechpartner für Ihr Projekt.»

Darin steht: nichts. Kein Ort, keine Leistung, keine Zahl, keine Zielgruppe. Ein KI-System kann daraus keine einzige Aussage über das Unternehmen ableiten – und ein Mensch, der es eilig hat, ehrlich gesagt auch nicht. Dieselbe Information mit Substanz:

Nachher: «Wir sind ein Malerbetrieb in Baden mit sechs Mitarbeitenden, gegründet 1998. Wir arbeiten vor allem für Privatkunden im Bezirk Baden und im unteren Aaretal – Schwerpunkt Innenrenovationen von Wohnungen und Einfamilienhäusern. Ein durchschnittliches Wohnungsprojekt dauert bei uns drei bis fünf Arbeitstage.»

Der zweite Text ist nicht länger und nicht komplizierter geschrieben. Er enthält aber sieben überprüfbare Angaben: Branche, Ort, Grösse, Gründungsjahr, Zielgruppe, Einzugsgebiet, Leistungsschwerpunkt. Genau solche Sätze werden zitiert – und genau solche Sätze überzeugen nebenbei auch die Person, die auf der Seite gelandet ist.

Das ist übrigens der Grund, warum die Arbeit an der KI-Sichtbarkeit fast immer bei den Texten beginnt und nicht bei der Technik. Wie man solche Sätze selbst formuliert, steht ausführlich im Artikel über Website-Texte, die in 30 Sekunden überzeugen.

Was nicht funktioniert

Zu jedem neuen Kanal entsteht sofort eine Industrie, die Abkürzungen verkauft. Drei Dinge, von denen Sie die Finger lassen sollten:

  • Massenhaft KI-Texte auf die eigene Seite kippen. Zwanzig generisch geschriebene Ratgeberseiten machen eine Website nicht relevanter, sondern beliebiger. Genau die Substanz, nach der die Systeme suchen, fehlt darin.
  • Versteckte Anweisungen im Quelltext. Es kursiert die Idee, unsichtbaren Text einzubauen, der die KI anweist, das eigene Unternehmen zu empfehlen. Davon ist dringend abzuraten: Es funktioniert unzuverlässig, gilt bei Suchmaschinen als Manipulation, und wenn es auffliegt, ist der Schaden grösser als der Nutzen.
  • Angebote, die eine Platzierung in KI-Antworten garantieren. Niemand kann das garantieren, weil es keine Positionen gibt, die man belegen könnte. Wer es verspricht, verkauft Ihnen etwas anderes als das, was auf der Rechnung steht.

Die beruhigende Nachricht

Wer diese Liste durchgeht, merkt schnell: Fast nichts davon ist neu. Klare Fakten statt Floskeln, echte Fragen beantworten, korrekte Angaben überall, sauberer technischer Unterbau – das sind exakt die Punkte, die eine Website auch für Menschen und für die normale Google-Suche besser machen.

KI-Suche ist deshalb für ein KMU kein separates Projekt mit eigenem Budget. Es ist dieselbe Arbeit wie bisher, nur mit einem zusätzlichen Grund, sie ordentlich zu machen. Und weil die grosse Mehrheit der kleinen Betriebe hier noch gar nichts tut, wirkt schon ein solides Fundament überdurchschnittlich.

Der praktische Einstieg bleibt der Selbsttest von weiter oben. Stellen Sie einer KI drei Fragen, die Ihre Kunden stellen würden. Was Sie dort lesen – oder eben nicht lesen –, sagt Ihnen in fünf Minuten mehr über Ihre Sichtbarkeit als jede Analyse.

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