Technik

Domain, Hosting, CMS:
einfach erklärt

Drei Begriffe, drei Rechnungen, und kaum jemand weiss genau, wofür welche ist. Dabei steckt hinter Domain, Hosting und CMS ein einfaches Prinzip. Wer es einmal verstanden hat, stellt die richtigen Fragen – und merkt rechtzeitig, wenn etwas Wichtiges nicht auf seinen Namen läuft.

Ein Gespräch, das in ähnlicher Form immer wieder vorkommt: Ein Inhaber möchte seine Website erneuern lassen. Der frühere Webdesigner hat sich zurückgezogen oder ist nicht mehr erreichbar. Und auf die Frage, wo die Domain registriert ist und wer Zugang zum Hosting hat, folgt eine lange Pause. «Das hat damals alles er gemacht.»

Das ist kein Vorwurf. Wer ein Geschäft führt, hat Wichtigeres zu tun, als sich mit Servern zu beschäftigen. Aber drei Dinge sollte jeder Website-Besitzer wissen: was eine Domain, ein Hosting und ein CMS sind, wer sie bezahlt – und wem sie gehören.

Zwei Monitore an einem Arbeitsplatz – links Programmcode, rechts die fertige Website im Browser

Adresse, Gebäude, Einrichtung

Am einfachsten lässt sich das Zusammenspiel mit einem Geschäftslokal erklären.

  • Die Domain ist die Adresse. Also das, was Kunden eintippen oder anklicken: ihrfirmenname.ch. Eine Adresse allein ist noch kein Laden – sie sagt nur, wo man hingehen muss.
  • Das Hosting ist das Gebäude. Ein Rechner in einem Rechenzentrum, auf dem die Dateien Ihrer Website liegen und der sie rund um die Uhr an Besucher ausliefert. Sie mieten dort Platz, so wie man eine Ladenfläche mietet.
  • Das CMS ist die Einrichtung – mit Schlüssel. Die Software, mit der Ihre Website gebaut ist und mit der Sie Texte, Bilder und Öffnungszeiten selbst ändern können, ohne Programmcode anzufassen.

Die drei hängen zusammen, sind aber voneinander unabhängig. Sie können mit Ihrer Adresse in ein anderes Gebäude umziehen, ohne dass Ihre Kunden etwas davon merken. Und Sie können das Gebäude behalten und neu einrichten. Genau diese Unabhängigkeit ist der Grund, warum es wichtig ist, die Bausteine auseinanderzuhalten.

Kurz gesagt: Die Domain sagt, wo Ihre Website zu finden ist. Das Hosting sorgt dafür, dass sie erreichbar ist. Das CMS bestimmt, wie Sie sie pflegen.

Die Domain: Ihre Adresse – und wem sie gehört

Eine Domain kauft man nicht, man mietet sie für eine bestimmte Laufzeit und verlängert sie danach. Bestellt wird sie bei einem Anbieter, einem sogenannten Registrar. Das ist oft derselbe Anbieter, bei dem auch das Hosting läuft, muss es aber nicht sein. Das zentrale Verzeichnis aller .ch-Domains führt die Registrierungsstelle SWITCH.

In diesem Verzeichnis steht für jede Domain ein Halter. Und hier liegt das eigentliche Thema dieses Abschnitts: Wer als Halter eingetragen ist, verfügt über die Domain. Nicht, wer sie bezahlt, und nicht, wessen Firmenname darin vorkommt.

Bei vielen älteren KMU-Websites hat der Webdesigner die Domain damals der Einfachheit halber selbst registriert. Solange die Zusammenarbeit gut läuft, merkt das niemand. Zum Problem wird es, wenn man den Anbieter wechseln möchte, wenn der Webdesigner sein Geschäft aufgibt oder wenn es Streit gibt. Dann hängt Ihre Adresse – und meist auch Ihre E-Mail, die über dieselbe Domain läuft – an jemand anderem.

Wichtig: Lassen Sie Ihre Domain immer auf Ihren eigenen Namen oder Ihre Firma registrieren. Ihr Webdesigner kann sich trotzdem um die ganze Technik kümmern. Als Halter eingetragen sollten aber Sie sein – das ist die eine Sache an Ihrer Website, die Sie nie aus der Hand geben sollten.

So finden Sie heraus, wie es bei Ihnen aussieht

Schauen Sie, ob Sie jedes Jahr eine Rechnung für die Domain erhalten. Wenn nicht, läuft sie vermutlich über jemand anderen. Fragen Sie in diesem Fall Ihren Webdesigner oder den Anbieter direkt, auf wen die Domain eingetragen ist, und lassen Sie sich das schriftlich bestätigen. Ein seriöser Anbieter überträgt die Domain ohne Umstände auf Sie.

Und achten Sie auf die Verlängerung. Läuft eine Domain aus, weil die Erinnerung an eine alte E-Mail-Adresse ging oder die hinterlegte Kreditkarte abgelaufen ist, sind Website und E-Mail weg. Nach einer gewissen Frist kann die Adresse sogar jemand anderes registrieren. Eine automatische Verlängerung und eine Kontaktadresse, die Sie tatsächlich lesen, verhindern das.

Hosting: wo Ihre Website wohnt

Das Hosting ist der Teil, den man nie sieht und der trotzdem über vieles entscheidet: wie schnell die Seite lädt, ob sie bei einem Ausfall wieder da ist und ob es eine Sicherungskopie gibt, wenn etwas schiefgeht. Für eine typische KMU-Website reicht ein gewöhnliches Hosting-Paket, bei dem man sich einen Server mit anderen Kunden teilt. Ein eigener Server ist erst bei viel Betrieb oder besonderen Anforderungen nötig.

Zu einem Hosting-Paket gehören in der Regel mehr Dinge, als man denkt:

  • Speicherplatz für die Dateien und die Datenbank Ihrer Website
  • E-Mail-Postfächer unter Ihrer Domain, sofern Sie diese nicht separat betreiben
  • Das SSL-Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung, erkennbar am Schloss in der Adresszeile
  • Backups – je nach Paket automatisch oder gar nicht. Hier lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte.

Hosting in der Schweiz oder im Ausland?

Günstiges Hosting im Ausland ist nicht automatisch schlecht. Für Schweizer KMU spricht trotzdem einiges für einen Anbieter im Inland: Support in Ihrer Sprache und zu Ihren Geschäftszeiten, Rechnungen in Franken und ein Ansprechpartner, den man notfalls auch anrufen kann. Dass Ihre Daten in der Schweiz liegen, ist für viele Kunden zudem ein Argument, das sie selbst ansprechen. Welche Rolle der Hosting-Anbieter in Ihrer Datenschutzerklärung spielt, erklärt der Artikel über Datenschutz auf der Website.

Wichtiger als das Land sind am Ende drei Fragen: Gibt es tägliche Backups, die man auch zurückspielen kann? Ist die Server-Software aktuell? Und erreicht man jemanden, wenn die Seite nicht mehr läuft?

Das CMS: Ihr Werkzeug zum Selbermachen

CMS steht für Content-Management-System, auf Deutsch etwa «Inhaltsverwaltung». Es ist die Software, die Ihre Website zusammensetzt und Ihnen eine Bedienoberfläche gibt: Sie melden sich an, ändern einen Text, laden ein Bild hoch und klicken auf Speichern. Ohne CMS müsste für jede Änderung jemand den Code anpassen.

Das verbreitetste CMS ist WordPress. Die Software selbst ist kostenlos und quelloffen, was ein grosser Vorteil ist: Sie sind nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden, und praktisch jeder Webdesigner kann damit arbeiten. Der Preis dafür ist Pflege. WordPress, das Design-Theme und jede Erweiterung brauchen regelmässig Updates, sonst entstehen Sicherheitslücken. Was passiert, wenn das niemand macht, beschreibt der Artikel über WordPress-Wartung für KMU.

Eine Sonderrolle spielen Baukästen wie Wix oder Jimdo. Dort sind Domain, Hosting und CMS in einem Abo gebündelt. Das ist bequem, hat aber eine Kehrseite: Die Website lässt sich nicht einfach mitnehmen. Wer den Baukasten verlässt, baut die Seite neu.

Was jedes Jahr anfällt

Eine Website verursacht nach dem Launch laufende Kosten, und sie setzen sich immer aus denselben Posten zusammen:

  • Die Domain – jährliche Verlängerung beim Registrar.
  • Das Hosting – monatlich oder jährlich, je nach Anbieter und Paket. Das SSL-Zertifikat ist heute bei vielen Anbietern inbegriffen.
  • Die Wartung des CMS – Updates, Kontrolle, Backups prüfen. Entweder Sie machen das selbst, oder es ist Teil eines Wartungsvertrags.
  • Allfällige Lizenzen für kostenpflichtige Erweiterungen oder Themes.

Mit welchen Beträgen Sie für die einzelnen Posten rechnen können, steht im Artikel Was kostet eine Website in der Schweiz?. Wichtig ist vor allem, dass Sie wissen, welche Rechnung wofür ist – und dass keine davon an eine Adresse geht, die niemand mehr liest.

Die Liste für die Schublade

Wenn Sie aus diesem Artikel etwas mitnehmen, dann diese kurze Liste. Tragen Sie die Angaben einmal zusammen und legen Sie sie dort ab, wo Sie auch Ihre Versicherungspolicen haben – idealerweise mit den Passwörtern in einem Passwort-Manager:

  • Domain: bei welchem Anbieter, wer ist als Halter eingetragen, wann läuft sie ab, ist die automatische Verlängerung aktiv?
  • Hosting: Anbieter, Kundennummer, Zugang zum Kundenkonto, welche Backups im Paket enthalten sind.
  • CMS: ein eigener Administrator-Zugang auf Ihren Namen – nicht nur der Zugang Ihres Webdesigners.
  • Zuständigkeiten: wer macht die Updates, wer bezahlt welche Rechnung, wen rufen Sie an, wenn die Seite nicht erreichbar ist?

Können Sie alle Punkte beantworten, sind Sie unabhängig – egal, was mit Ihrem Webdesigner, Ihrem Hosting-Anbieter oder Ihrer Website passiert. Fehlen Antworten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sie einzuholen. Solange alles läuft, geht das mit einer freundlichen E-Mail. Wenn die Seite einmal nicht mehr erreichbar ist, wird es deutlich mühsamer.

Sie wissen nicht genau, auf wen Ihre Domain läuft oder wer Zugang zu Ihrem Hosting hat? Schreiben Sie uns – wir helfen Ihnen, die Angaben zusammenzutragen und die Domain falls nötig auf Ihren Namen zu bringen. Jetzt Kontakt aufnehmen →

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