"Was kostet eine Website?" ist die Frage, die ich am häufigsten höre. Und ehrlicherweise ist es die Frage, die sich am schlechtesten beantworten lässt – etwa so wie "Was kostet ein Haus?". Die Antwort lautet immer: Kommt darauf an. In diesem Artikel zeige ich, worauf es tatsächlich ankommt, welche drei Preisklassen der Schweizer Markt 2026 kennt, und welche Fragen Sie stellen sollten, bevor Sie ein Angebot unterschreiben.
Ziel: Nach diesem Artikel können Sie jedes Website-Angebot einschätzen – egal von wem es kommt.
Die drei Preisklassen am Schweizer Markt 2026
1. Baukasten-Lösungen: CHF 300–600 pro Jahr
Dazu zählen Wix, Jimdo, Webnode, Squarespace und ähnliche Self-Service-Plattformen. Sie buchen ein Abo, wählen ein Template, ziehen Blöcke per Maus in die Seite – fertig. Domain, Hosting und SSL sind meist inklusive.
Passend, wenn: Sie nur eine einfache Visitenkarten-Website brauchen, Zeit zum Selbstbauen haben und keine speziellen Funktionen benötigen. Für den ersten Online-Auftritt eines Hobby-Projekts oder Solo-Selbstständigen oft völlig ausreichend.
Weniger passend, wenn: Sie SEO ernst nehmen wollen (Baukasten-HTML ist oft suboptimal), individuelle Funktionen brauchen, Ihr Design nicht nach Template aussehen soll, oder später einmal zu einem anderen Anbieter wechseln möchten – der Datenexport ist oft schmerzhaft.
2. Freelancer oder kleine Webdesign-Anbieter: einmalig CHF 2'000–15'000
Hier bewegt sich der Grossteil der Schweizer KMU-Websites. Sie bekommen ein individuelles Design, ein professionelles CMS (meist WordPress), und einen direkten Ansprechpartner. Dazu kommen laufende Kosten für Hosting, Domain und – bei seriösen Anbietern – Wartung.
Passend, wenn: Sie Wert auf ein individuelles Design legen, eine Vielfalt an Inhalten (Team, Leistungen, Portfolio, Blog) präsentieren möchten, professionelles SEO brauchen und Wert auf persönliche Betreuung legen. Das ist der Bereich, in dem ich tätig bin.
Worauf achten: Seriosität und Referenzen. Es gibt in diesem Bereich enorme Qualitätsunterschiede – vom erfahrenen Full-Stack-Profi bis zum Teenager, der nebenher bastelt. Lassen Sie sich Arbeitsproben zeigen, die mindestens drei Jahre alt sind: Wie sieht die Website heute aus? Funktioniert sie noch?
3. Mittlere bis grosse Agentur: CHF 20'000 und aufwärts
Ab dieser Preisklasse sprechen wir über strategische Projekte mit eigenem Projektmanagement, UX-Research, A/B-Tests, Markenentwicklung und oft einer Integration in grössere Marketing- oder CRM-Systeme. Die Obergrenze ist offen: Grosse Re-Branding-Projekte bei etablierten Schweizer Unternehmen erreichen sechsstellige Budgets.
Passend, wenn: Ihr Unternehmen mehrere Mitarbeitende für Marketing und Kommunikation hat, die Website ein zentraler Umsatztreiber ist (E-Commerce, SaaS, Lead-Generierung mit Millionen-Budget) und strategische Beratung wichtiger ist als das Design-Endprodukt.
Weniger passend, wenn: Sie ein KMU mit <20 Mitarbeitenden sind, bei dem die Website ein wichtiges, aber nicht das zentrale Marketing-Instrument ist. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht meist nicht auf.
Was den Preis tatsächlich bestimmt
Umfang
Jede zusätzliche Seite braucht Konzept, Design, Umsetzung, Content-Einpflege und Test. Eine Fünf-Seiten-Website ist nicht halb so teuer wie eine Zehn-Seiten-Website – es ist eher ein linearer Zusatzaufwand pro Seite. Faustregel: Jede zusätzliche Unterseite kostet, je nach Komplexität, etwa CHF 150–500.
Inhalte: Wer liefert Texte und Bilder?
Das ist oft der grösste Kostenfaktor – und der am häufigsten unterschätzte. Wenn Sie alle Texte druckreif liefern und eigene professionelle Fotos haben, läuft das Projekt schnell und günstig. Müssen Texte aus bestehenden Fragmenten geschrieben, Bilder recherchiert oder ein Fotograf organisiert werden, verschiebt sich der Aufwand deutlich – oft um 30–50 %.
Technische Anforderungen
Ein Online-Shop, ein Buchungssystem, eine mehrsprachige Website (Deutsch / Französisch / Italienisch / Englisch), die Integration mit einer Kundendatenbank oder einem CRM – all das kostet mehr. Eine DE/FR-Website ist beispielsweise oft 40–60 % teurer als eine einsprachige Variante, weil Übersetzung, doppelte Inhaltspflege und spezielle technische Konfiguration nötig sind.
Design-Tiefe
Ein Template-basiertes Design mit Ihren Farben und Logos ist schneller umgesetzt als ein massgeschneiderter Entwurf von Grund auf. Beides kann professionell aussehen – der Unterschied liegt in der Individualität und im Aufwand. Viele Schweizer KMU fahren mit einem Premium-Template plus individuellem Zuschnitt am besten: professioneller Auftritt, ohne Agentur-Budget.
Einmalige Kosten vs. laufende Kosten
Das ist der meistunterschätzte Teil: Eine Website ist nie "fertig". Hier die realistische Kostenaufteilung eines typischen KMU-Projekts:
| Position | Typische Spanne (CHF) | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Erstellung / Design | 3'000 – 12'000 | einmalig |
| Domain | 10 – 30 | jährlich |
| Hosting (Schweizer Anbieter) | 100 – 500 | jährlich |
| SSL-Zertifikat | meist inklusive | jährlich |
| Wartung / Updates | 300 – 2'000 | jährlich |
| Content-Änderungen | 0 – 1'500 | je nach Vertrag |
Wer Ihnen eine Website "einmalig für CHF 4'000, danach nie wieder Kosten" verspricht, ignoriert einen Teil der Realität. Nach zwei bis drei Jahren ohne Updates sind CMS und Plugins veraltet, Sicherheitslücken bleiben offen, und irgendwann funktioniert das Kontaktformular nicht mehr. Ehrliche Anbieter sprechen offen über die laufenden Kosten.
Versteckte Kosten – worauf Sie achten sollten
- Nachträgliche Änderungen. Der Stundensatz für Änderungen nach dem Launch variiert stark – von CHF 80 bis CHF 250 pro Stunde. Klären Sie das vorab schriftlich.
- CMS- und Plugin-Updates. Wenn diese nicht im Wartungspaket enthalten sind, werden sie entweder gar nicht gemacht (gefährlich) oder separat verrechnet.
- Lizenzkosten für Premium-Plugins. Manche nützliche Plugins kosten CHF 50–200 pro Jahr. Klären Sie, wer diese Lizenzen hält und bezahlt.
- DSGVO- und revDSG-Anpassungen. Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (in Kraft seit 2023) verlangt Anpassungen an Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Handling. Einmalig, aber nicht gratis.
- Hosting-Upgrade bei Traffic-Wachstum. Wenn Ihre Website stark wächst, reicht das Basis-Hosting irgendwann nicht mehr. Einmalige Migration plus laufend höhere Kosten.
Was eine Website bei cloud7 WebDesign kostet
Weil ich Preistransparenz wichtig finde, hier ein ehrlicher Richtwert – ohne Marketing-Spiel:
- Modernisierung einer bestehenden Website: startet im unteren vierstelligen Franken-Bereich. Beinhaltet Analyse, neues Design auf bestehender Struktur, technische Aufrüstung und Content-Pflege.
- Neuerstellung einer professionellen Website: meist zwischen CHF 4'000 und CHF 12'000, je nach Umfang. Typische Dauer: vier bis acht Wochen.
- Set-and-Forget-Betreuung: jährliche Pauschale, vorab individuell vereinbart, abhängig vom Wartungsumfang und ob Content-Änderungen inklusive sind.
Das erste Beratungsgespräch und die schriftliche Offerte sind kostenlos. Auf Wunsch kann der einmalige Erstellungsaufwand auch in Raten bezahlt werden. Details dazu in den FAQ auf der Angebots-Seite.
Wichtiger Hinweis: Die niedrigste Offerte ist selten die beste. In meiner Praxis habe ich schon mehrmals Kunden übernehmen müssen, die vorher bei einem Billiganbieter waren und nach zwei Jahren feststellten, dass die Website weder mehr gepflegt noch rettbar war. Die nachträgliche Sanierung kostet oft mehr als eine anständige Erstlösung.
Checkliste: So erkennen Sie ein faires Website-Angebot
- Schriftliche Offerte mit detaillierter Leistungsbeschreibung – nicht nur "Website-Erstellung: CHF X".
- Klare Meilensteine (Konzept, Design-Entwurf, Umsetzung, Test, Go-Live) mit Zeitplan.
- Pflichtenheft oder Briefing-Dokument: Was genau wird geliefert? Welche Seiten, welche Funktionen?
- Preisaufteilung in einmalige und laufende Kosten – explizit beziffert, nicht versteckt.
- Urheberrechte und Nutzungsrechte geklärt: Wem gehört das Design nach dem Launch? (Korrekte Antwort: Ihnen.)
- DSGVO / revDSG erwähnt: Ein Anbieter, der das Thema nicht aktiv anspricht, hat es wahrscheinlich nicht sauber umgesetzt.
- Wartung definiert: Was passiert nach dem Launch? Wer kümmert sich um Updates, Backups, Sicherheit?
Fazit
Eine Website ist kein einmaliger Einkauf, sondern ein Werkzeug, das über Jahre funktionieren muss. Gute Anbieter sprechen offen über einmalige und laufende Kosten und können den Preis detailliert begründen. Wer ausweicht, bei der Zahl rundet oder laufende Kosten verschweigt, spart Ihnen heute Geld und kostet Sie morgen mehr.
Möchten Sie eine ehrliche Einschätzung für Ihr konkretes Projekt? In einem kostenlosen Erstgespräch schaue ich mir Ihre Situation an und gebe Ihnen eine realistische Preiseinschätzung – ohne Verkaufsdruck. Jetzt Termin anfragen →